Verschiedene Möglichkeiten der Kostenübernahme
für eine psychotherapeutische Behandlung

Gesetzliche Krankenkassen

Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch auf psychotherapeutische Behandlung.

Wer übernimmt die Kosten für eine Psychotherapie?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Psychotherapie, wenn diese zur Behandlung einer psychischen Erkrankung notwendig ist. Ambulante Psychotherapie ist eine zuzahlungsfreie Leistung. Eine Überweisung ist nicht
erforderlich, die Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte ist ausreichend.

Wer führt psychotherapeutische Behandlungen durch?

Psychotherapeutische Behandlungen dürfen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung nur von PsychologischenPsychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeutensowie von psychotherapeutisch tätigen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden, wenn diese über eine Kassenzulassung verfügen. Neben der psychotherapeutischen Behandlung von psychischen Erkrankungen kann zusätzlich eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, die jedoch nur von Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie durchgeführt wird.

Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung verfügen über dieselbe Qualifikation, können jedoch nicht direkt mit den Gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Hier besteht die Möglichkeit, dass Gesetzliche Krankenkassen die Kosten im Einzelfall im Rahmen des sog. Kostenerstattungsverfahrens übernehmen. Dies greift, wenn Sie nachweisen können, dass die Behandlung dringlich ist und Sie keinen Behandlungsplatz bei einer/einem zugelassenen Psychotherapeutin/Psychotherapeut in einem angemessenen Zeitraum erhalten können.

In unten stehender PDF finden Sie Informationen zum Kostenerstattungsverfahren:
Kostenerstattungsverfahren

Gerne sind wir Ihnen bei der Klärung der Kostenübernahme mit Ihrer Krankenkasse behilflich.

Wie beantrage ich eine Psychotherapie?

Bevor Sie eine Psychotherapie beginnen können, ist der Besuch einer sog. Psychotherapeutische Sprechstunde notwendig. In dieser klärt die Patientin oder der Patient mit der Therapeutin oder dem Therapeuten, ob eine Psychotherapie oder eine andere Maßnahme für die individuelle Problemlage geeignet ist. Den Termin für die Psychotherapeutische Sprechstunde können Sie entweder direkt mit einer/einem Psychotherapeutin/Psychotherapeuten Ihrer Wahl oder über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (Tel: 0211 5970 8990) vereinbaren.

Vor Beginn einer Psychotherapie finden bis zu vier Probegespräche, sogenannte probatorische Sitzungen, statt. Hierbei prüfen Patientin oder Patient und Therapeutin oder Therapeut, ob die „Chemie“ zwischen ihnen stimmt und eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden kann. Die Therapeutin oder der Therapeut erklärt die
Vorgehensweise. Therapieziele, Behandlungsplan und voraussichtliche Therapiedauer werden gemeinsam besprochen und festgelegt. Entscheiden sich Patientin oder Patient und Therapeutin oder Therapeut für eine Psychotherapie, stellt die Patientin oder der Patient bei ihrer oder seiner Krankenkasse einen Antrag auf Übernahme der Kosten.

Private Krankenversicherungen, Beihilfe

Die Kosten für eine Psychotherapie werden von den meisten privaten Krankenversicherungen bzw. der Beihilfe übernommen. Bedingung dafür ist meist, dass die Behandlung durch approbierte Psychologische PsychotherapeutInnen durchgeführt wird. Diese Voraussetzung erfüllen wir. Sinnvoll ist es, sich frühzeitig mit dem für Sie zuständigen Sachbearbeiter in Verbindung zu setzten und sich nach den für Sie zutreffenden Versicherungsbedingungen für Psychotherapie sowie den eventuellen Antragsmodalitäten zu erkundigen.

Berufsgenossenschaften

Berufsgenossenschaften übernehmen die Therapiekosten, sofern die zu behandelnde Problematik in ihren Zuständigkeitsbereich fällt (z.B. bei Traumatisierungen durch einen Arbeitsunfall o.ä.).

Selbstzahlende

Es besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, die Therapiekosten selbst zu tragen. Die Kosten richten sich dabei nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Die Kosten für eine Paartherapie werden grundsätzlich nicht von den Versicherungen übernommen.